11.12.2025, Dr. Luzius Neubert, Thomas Meier
Währungsbewegungen beeinflussen die Performance: Der US-Dollar-Einbruch um über 10% im laufenden Jahr 2025 hat die Rendite ungesicherter Fremdwährungsanlagen für Schweizer Investoren stark geschmälert. Währungsabsicherung ist daher ein zentrales Thema. Wer es angeht und die Umsetzung im Griff hat, stabilisiert das Portfolio ohne hohe Zusatzkosten.
Starker Schweizer Franken – ein Problem?
Global diversifizierte Schweizer Investoren sind von Wechselkursentwicklungen betroffen, da sie einen substanziellen Teil ihres Vermögens in Fremdwährungen anlegen. [1]
Über die letzten 5 Jahre hat der Schweizer Franken gegenüber den wichtigsten Währungen aufgewertet. Auf Anlagen in Fremdwährungen führte dies zu Wechselkursverlusten.

Beispielsweise führte in den ersten neun Monaten im Jahr 2025 die Abwertung des US-Dollars gegenüber dem Schweizer Franken zu einem Wechselkursverlust von mehr als 12% bei ungesicherten USD-Anlagen. Umgekehrt resultierten im Jahr 2024 durch die USD-Aufwertung (+7.7%) gegenüber dem Schweizer Franken entsprechende Währungsgewinne.
Wechselkurse unterliegen Schwankungen und haben einen Einfluss auf die Wertentwicklung von Fremdwährungsanlagen. Je nach Richtung der Kursbewegung können sich daraus entweder Währungsgewinne oder ‑verluste ergeben. Kursverluste werden durch höhere Zinsen zwar langfristig meist kompensiert, eine Mehrrendite (Risikoprämie) resultiert aus Devisenkursschwankungen jedoch nicht. Zur Reduktion dieser Schwankungsrisiken können Fremdwährungen gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert werden.
[1] Für einen Schweizer Investor ergibt sich die Gesamtrendite einer Fremdwährungsanlage aus der Anlagerendite in der Fremdwährung und der Wechselkursänderung gegenüber dem Schweizer Franken.
Was nützt eine Währungsabsicherung langfristig?
Seit 1970 zeigt sich ein klares Bild: Aus einer Risikoperspektive hat sich die Währungsabsicherung bewährt. Insbesondere bei den Obligationen konnte das Schwankungsrisiko deutlich reduziert werden. Gleichzeitig waren die Renditen von Obligationen- und Aktienanlagen mit und ohne Währungsabsicherung im Betrachtungszeitraum in etwa gleich hoch.

Hinweis: Die Zeitreihen basieren auf den Indizes Bloomberg Global Aggregate für die Obligationen Fremdwährungen und dem MSCI World für die Aktien Ausland.
Langfristig scheint sich eine Währungsabsicherung zu lohnen, jedoch können in der kurzen und mittleren Frist deutliche Renditeunterschiede auftreten. Eine sorgfältig gewählte und regelmässig überprüfte Absicherungsstrategie ist daher zentral.
Welche Anlagekategorien sichern institutionelle Investoren ab?
Wie Währungsabsicherungen in der Anlagestrategie konkret umgesetzt werden, zeigt ein Peer Group Vergleich von Schweizer institutionellen Investoren. [2]

Die Analyse zeigt, wie unterschiedlich je nach Anlagekategorie mit Fremdwährungsrisiken umgegangen wird. Fremdwährungsobligationen werden in der Regel vollständig abgesichert. Bei Aktien aus entwickelten Märkten liegt die durchschnittliche Absicherungsquote noch bei rund 58 Prozent. Hingegen wird meist keine Absicherung für Aktien aus Schwellenländern vorgenommen.
[2] Es werden die strategischen Absicherungsquoten von Obligationen Fremdwährungen (inkl. Staats- und Unternehmensanleihen), Aktien Welt Developed und Aktien Emerging Markets gemäss den Jahresberichten per 31.12.2024 von Schweizer institutionellen Investoren berücksichtigt. Dabei wird jeder Investor gleichgewichtet berücksichtigt.
Wie viele Fremdwährungsrisiken verbleiben?
Die Währungsabsicherung kann auch auf Stufe des Gesamtvermögens betrachtet werden. Eine Peer Group Analyse zeigt, dass Schweizer institutionelle Investoren einen grossen Teil ihres Vermögens in Schweizer Franken anlegen oder absichern.
Für Investoren mit Verpflichtungen in Schweizer Franken ist eine hohe Absicherung der Fremdwährungen zielführend, um Wechselkurseffekte zwischen Einnahmen (Erträge auf den Anlagen) und Ausgaben (z.B. Renten) zu reduzieren.
Der Schweizer Franken dient zudem häufig als Fluchtwährung und wertet deshalb in turbulenten Marktphasen typischerweise auf. Dies führt aus Sicht von Schweizer Anlegern zu zusätzlichen Verlusten auf Fremdwährungsanlagen.

Durchschnittlich beträgt der Anteil ungesicherter Fremdwährungen am Gesamtvermögen ca. 16%. Die mittleren 50% haben einen Anteil zwischen ca. 10% und 21% ungesicherter Fremdwährungen.
Es gilt zu beachten, dass die Währungsabsicherungsquote von der individuellen Struktur, der Risikofähigkeit sowie der Anlagestrategie des Investors abhängt. Je nach Ausgangslage bieten sich unterschiedliche Ansätze zur praktischen Umsetzung an.
Praktische Fragen einer Währungsabsicherung
Die Umsetzung einer Währungsabsicherung beginnt mit der Frage, auf welcher Ebene sie erfolgen soll. Je nach Struktur und Komplexität des Portfolios bieten sich drei konzeptionelle Ansätze an. Jede Variante bringt eigene Herausforderungen und Fragen mit sich, die bei der praktischen Umsetzung berücksichtigt werden müssen.
Erstens kann die Absicherung direkt innerhalb der eingesetzten Fonds erfolgen. Dabei übernimmt der Fondsanbieter die Absicherung gemäss Produktdefinition.
- Wie wirkt sich die Absicherung auf die Kosten und die relative Rendite aus?
- Welche Gegenparteirisiken bestehen durch die Absicherung?
- Was wird tatsächlich abgesichert, das Portfolio oder nur die Fondswährung?
Zweitens lässt sich auf Mandatsstufe ein fixer Absicherungsanteil definieren. Dabei wird der Vermögensverwalter beauftragt, die definierte Absicherung über das gesamte Mandat hinweg sicherzustellen.
- Welche Anlagekategorien und Währungen sollen zu welchem Anteil abgesichert werden?
- Welche Instrumente sollen eingesetzt werden?
- Weist der Vermögensverwalter eine Rendite vor und nach der Währungsabsicherung aus?
- Wie wird die Leistung des Vermögensverwalters beurteilt?
Drittens kann auf Stufe Gesamtvermögen ein zentrales Währungsoverlay implementiert werden. Dabei wird ein Overlay Manager beauftragt, die Währungsrisiken über alle Mandate hinweg aggregiert gezielt abzusichern und Skaleneffekte zu nutzen.
- Welche Währungen sollen zu welchem Anteil abgesichert werden?
- Wie wird das Overlay in die Gesamtstrategie integriert und die Verantwortlichkeiten geregelt?
- Wird das Overlay aktiv oder passiv verwaltet?
- Welche Gegenparteien kommen zum Einsatz?
- Wie wird die Effektivität des Overlays gemessen und gesteuert?