Ziel und Mehrwert der Studie
Seit zwölf Jahren veröffentlicht die PPCmetrics AG das «Pensionskassen-Jahrbuch». In der Studie werden systematisch Strukturdaten von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen analysiert. Die Studie stützt sich auf eine breite und repräsentative Peer Group von 350 Pensionskassen mit einem kumulierten Vorsorgevermögen von rund CHF 1’044 Mrd. und rund 4.5 Mio. Versicherten. Die Datenerhebung durch PPCmetrics wurde im Jahr 2008 erstmalig durchgeführt, somit steht für die Analyse eine Datenhistorie von 18 Jahren zur Verfügung.
Zentrale Ergebnisse
Die wesentlichen Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Verzinsung Sparkapital aktive Versicherte
Das Anlagejahr 2025 ermöglichte die durchschnittlich höchsten Verzinsungen seit Messbeginn. Die durchschnittliche Verzinsung im Jahr 2025 lag bei 4.43% (Median: 4.00%). Mit rund 94% hat eine grosse Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen eine Verzinsung über dem BVG-Mindestzinssatz von 1.25% gesprochen (vgl. Kapitel 2).
Kumulierte Verzinsung über elf Jahre
Die Analyse der Verzinsung über elf Jahre zeigt, dass im Durchschnitt eine kumulierte Verzinsung von rund 32.35% (2.58% p.a.) gewählt wurde. Bei einer Vorsorgeeinrichtung, die jedes Jahr entsprechend dem BVG-Mindestzinssatz verzinste, resultierte über diesen Zeitraum eine kumulierte Verzinsung von weniger als der Hälfte (13.23% bzw. 1.14% p.a.). Im Vergleich zur BVG-Mindestverzinsung resultierte somit eine durchschnittliche Mehrverzinsung von rund +19.12%-Punkten bzw. +1.44%-Punkten p.a. (vgl. Kapitel 3).
Technischer Zinssatz
Der durchschnittliche technische Zinssatz ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (-0.08%-Punkte) und beträgt per 31.12.2025 rund 1.52% (Median: 1.50%). Das Zinsniveau blieb im Jahr 2025 praktisch unverändert (-0.01%-Punkte). Die Spannweite der Verteilung war weiterhin gross (Min: 0.00%, Max: 2.50%). Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Verzinsung wie bereits in der Periode von 2023 bis 2024 und von 2019 bis 2021 über dem durchschnittlichen technischen Zinssatz. In der langfristigen Betrachtung (2008 – 2025) lag der durchschnittliche technische Zinssatz bei 2.41% und die durchschnittliche Verzinsung der aktiven Versicherten bei 2.34% (vgl. Kapitel 4).
Anlagerendite und Verzinsung Sparkapital 2025
Die durchschnittliche absolute Rendite aller betrachteten Vorsorgeeinrichtungen betrug 2025 rund +5.90% (Min: +0.80%, Max: +10.83%). Knapp die Hälfte (48.5%) der Vorsorgeeinrichtungen wies im Jahr 2025 eine absolute Rendite zwischen +5.00% und +6.50% aus. Sämtliche Vorsorgeeinrichtungen in der Vergleichsgruppe konnten das Jahr 2025 mit einer positiven absoluten Rendite abschliessen. Der Zusammenhang zwischen der absoluten Rendite und der Verzinsung war sowohl im Jahr 2025 als auch über die letzten drei Jahre positiv, erklärt jedoch nur einen geringen Teil der Streuung. Andere Faktoren, wie z.B. die finanzielle Situation oder die Risikofähigkeit, hatten einen grösseren Einfluss auf die Verzinsung (vgl. Kapitel 5).
Absolute Rendite und Grösse von Pensionskassen in den letzten fünf Jahren
In den letzten fünf Jahren konnten bis auf eine Vorsorgeeinrichtung alle eine positive absolute Rendite erzielen. Die Analyse zeigt, dass zwischen der Grösse der Pensionskasse und der von ihr erzielten Rendite kein statistisch signifikanter Zusammenhang besteht. Nicht nur grosse, sondern auch mittlere und kleine Pensionskassen können ihr Vermögen erfolgreich anlegen (vgl. Kapitel 6).
Berichterstattung über Nachhaltigkeitsbestrebungen
Der Anteil Vorsorgeeinrichtungen, welche über Nachhaltigkeit berichten, pendelt sich bei knapp 50% ein. Im dritten Berichtsjahr seit der Einführung des ESG-Reporting-Standards des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP ist bei den qualitativen Kennzahlen teilweise eine Abnahme der Berichterstattung zu beobachten. Der Ausweis von quantitativen ESG-Kennzahlen für ihr Aktien- und/oder Obligationenportfolio konnte dafür einen neuen Höchststand (28%) verzeichnen (vgl. Kapitel 7).
Spezialthema: Gewappnet für den Sturm – Wertschwankungsreserven und Verzinsung
Der durchschnittliche Zielwert der Wertschwankungsreserve (WSR) betrug per Ende 2025 rund 17.7% des Vorsorgekapitals. Entgegen der Vermutung eines Konflikts zwischen einem hohen WSR-Zielwert und einer hohen Verzinsung der Altersguthaben lässt sich in den vorliegenden Daten ein solcher Zusammenhang nicht erkennen. Vorsorgeeinrichtungen mit höheren WSR-Zielwerten (speziell mit geäufneten Reserven) gewährten im Durchschnitt höhere Verzinsungen als Kassen mit tieferen (oder nicht vollständig aufgebauten) WSR-Zielwerten. Besonders deutlich zeigt sich der Zusammenhang bei den freien Mitteln, gemessen als Differenz zwischen dem technischen Deckungsgrad und dem WSR-Zielwert, und der Verzinsung im Jahr 2025 (vgl. Kapitel 8). Höhere freie Mittel gingen mit einem grösseren finanziellen Handlungsspielraum und tendenziell höheren Verzinsungen einher. Gleichzeitig lag die Verzinsung des Vorsorgekapitals selbst bei einem Grossteil der Kassen ohne freie Mittel über dem BVG-Mindestzinssatz. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hohe Zielwerte der WSR nicht zulasten der aktiven Versicherten gehen. Vielmehr erhöhen sie die finanzielle Stabilität und Risikofähigkeit einer Vorsorgeeinrichtung und können dazu beitragen, Anlageerfolge langfristig und nachhaltig an die Versicherten weiterzugeben (vgl.Kapitel 8).
Entwicklung Deckungsgrad seit Jahresbeginn 2026
Der durchschnittliche technische Deckungsgrad der untersuchten Vorsorgeeinrichtungen reduzierte sich im Jahr 2022 im historischen Vergleich stark. Seit dem Jahr 2023 war allerdings trotz zwischenzeitlicher Einbrüche eine Erholung zu beobachten. Per Ende 2025 lag der durchschnittliche technische Deckungsgrad bei rund 121.1% (ökonomischer Deckungsgrad: 118.4%). Seit Jahresbeginn 2026 stieg der technische Deckungsgrad der Pensionskassen in der Vergleichsgruppe aufgrund der positiven Anlagerenditen von durchschnittlich +4.79% (YTD per 27.08.2026) weiter an. Per 27.08.2026 liegt der technische Deckungsgrad der untersuchten Vorsorgeeinrichtungen bei 122.4%, der ökonomische Deckungsgrad liegt hingegen leicht tiefer bei 120.5% (vgl. Kapitel 9).
Vermögensverwaltungskosten
Die durchschnittlichen Vermögensverwaltungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken und betragen per 31.12.2025 0.39% (2024: 0.40%). Eine mögliche Begründung für die im Vergleich zum Vorjahr leicht tieferen Vermögensverwaltungskosten sind Skaleneffekte aufgrund der tendenziell höheren Anlagevermögen, wodurch die angefallenen Kosten in der relativen Betrachtung tiefer ausfallen. Die Kostentransparenzquote nimmt im Vergleich zum Vorjahr leicht ab, bleibt aber weiterhin auf sehr hohem Niveau. Die dargestellte Kostenstruktur bestätigt und unterstreicht den intensiven Preiswettbewerb in der institutionellen Vermögensverwaltung in der Schweiz (vgl. Kapitel 10).
Umwandlungssätze
Der durchschnittliche Umwandlungssatz der betrachteten Vorsorgeeinrichtungen veränderte sich im Jahr 2025 nicht wesentlich und stieg auf 5.25% (2024: 5.24%). Unter Berücksichtigung des Zinsniveaus per Ende 2025 berechnet sich ein ökonomisch neutraler Umwandlungssatz von 3.9%. Somit wird ökonomisch betrachtet für die zukünftigen Renten weiterhin mehr Kapital benötigt als bei der Pensionierung vorhanden ist (vgl. Kapitel 11).
Weitere Indikatoren
Per Ende 2025 rechnete eine deutliche Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen (rund 70%, 2024: 74%) mit der Generationentafel. Die Analyse der Quote des Vorsorgekapitals der Aktiven zeigt seit vier Jahren eine leicht steigende Tendenz. Die grösste Veränderung im Vergleich zum Vorjahr in der durchschnittlichen Asset Allocation fand bei den Obligationen CHF (-0.7%-Punkte) statt. Im langfristigen Vergleich (seit 2015) zeigt sich, dass durchschnittlich eine Umschichtung von Obligationen zu Immobilien und Alternativen Anlagen stattgefunden hat. Insgesamt hat knapp jede fünfte Vorsorgeeinrichtung (18.8%) per Ende 2025 mindestens eine der Kategorienlimiten gemäss BVV 2 überschritten. Eine Überschreitung der BVV 2‑Limite ist erlaubt, muss aber im Jahresbericht schlüssig dargelegt werden (vgl. Kapitel 12).