Ziel und Mehrwert der Studie
Seit elf Jahren veröffentlicht die PPCmetrics AG das «Pensionskassen-Jahrbuch». In der Studie werden systematisch Strukturdaten von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen analysiert . Die Studie stützt sich auf eine breite und repräsentative Peer Group von 310 Pensionskassen mit einem kumulierten Vorsorgevermögen von rund CHF 909 Mrd. und rund 4.2 Mio. Versicherten. Die Datenerhebung durch PPCmetrics wurde im Jahr 2008 erstmalig durchgeführt, somit steht für die Analyse eine Datenhistorie von 17 Jahren zur Verfügung.
Zentrale Ergebnisse
Die wesentlichen Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Verzinsung Sparkapital aktive Versicherte
Das Anlagejahr 2024 ermöglichte die durchschnittlich höchsten Verzinsungen seit Messbeginn. Die durchschnittliche Verzinsung im Jahr 2024 lag bei 4.19% (Median: 3.50%). Mit rund 92% hat eine grosse Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen eine Verzinsung über dem BVG-Mindestzinssatz von 1.25% gesprochen (vgl. Kapitel 2).
Kumulierte Verzinsung über zehn Jahre
Die Analyse der Verzinsung über zehn Jahre zeigt, dass im Durchschnitt eine kumulierte Verzinsung von rund 27.49% (2.46% p.a.) gewählt wurde. Bei einer Vorsorgeeinrichtung, die jedes Jahr entsprechend dem BVG-Mindestzinssatz verzinste, resultierte über diesen Zeitraum eine kumulierte Verzinsung von weniger als der Hälfte (11.83% bzw. 1.12% p.a.). Im Vergleich zur BVG-Mindestverzinsung resultierte somit eine durchschnittliche Mehrverzinsung von rund +15.66%-Punkten bzw. +1.34%-Punkten p.a. (vgl. Kapitel 3).
Technischer Zinssatz
Der durchschnittliche technische Zinssatz ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (-0.03%-Punkte) und beträgt per 31.12.2024 rund 1.60% (Median: 1.75%). Das Zinsniveau sank im Jahr 2024 um ‑0.38%-Punkte. Die Spannweite der Verteilung war weiterhin gross (Min: 0.00%, Max: 2.50%). Im Jahr 2024 lag die durchschnittliche Verzinsung wie bereits im Vorjahr und in der Periode von 2019 bis 2021 über dem durchschnittlichen technischen Zinssatz. In der langfristigen Betrachtung (2008 – 2024) lag der durchschnittliche technische Zinssatz bei 2.46% und die durchschnittliche Verzinsung der aktiven Versicherten bei 2.22% (vgl. Kapitel 4).
Anlagerendite und Verzinsung Sparkapital 2024
Die durchschnittliche absolute Rendite aller betrachteten Vorsorgeeinrichtungen betrug 2024 rund +7.61% (Min: +0.20%, Max: +13.93%). Rund zwei Drittel (64.5%) der Vorsorgeeinrichtungen wiesen im Jahr 2024 eine absolute Rendite zwischen +6.00% und +8.50% aus. Sämtliche Vorsorgeeinrichtungen in der Vergleichsgruppe konnten im Jahr 2024 eine positive absolute Rendite ausweisen. Der Zusammenhang zwischen der absoluten Rendite und der Verzinsung war sowohl im Jahr 2024 als auch über die letzten drei Jahre positiv, erklärt jedoch nur einen geringen Teil der Streuung. Andere Faktoren, wie z.B. die finanzielle Situation oder die Risikofähigkeit, hatten einen grösseren Einfluss auf die Verzinsung (vgl. Kapitel 5).
Absolute Rendite und Grösse von Pensionskassen in den letzten fünf Jahren
In den letzten fünf Jahren resultierten ausschliesslich kumulierte positive absolute Renditen. Die Analyse zeigt, dass zwischen der Grösse der Pensionskasse und der von ihr erzielten Rendite kein statistisch signifikanter Zusammenhang besteht. Nicht nur grosse, sondern auch mittlere und kleine Pensionskassen können ihr Vermögen erfolgreich anlegen (vgl. Kapitel 6).
Berichterstattung über Nachhaltigkeitsbestrebungen
Der Anteil Vorsorgeeinrichtungen, welche über Nachhaltigkeit berichtet, pendelt sich bei rund 50% ein. Im zweiten Berichtsjahr seit der Einführung des ESG-Reporting-Standards des Schweizerischen Pensionskassenverbands ASIP ist hingegen ein Anstieg der qualitativen Berichterstattung zu beobachten. Zudem weist jede vierte Vorsorgeeinrichtung eine quantitative ESG-Kennzahl für ihr Aktien- und/oder Obligationenportfolio aus (vgl. Kapitel 7).
Spezialthema: Konzentrationsrisiken bei Obligationen und Aktien
Schweizer Vorsorgeeinrichtungen investierten per Ende 2024 rund zwei Drittel (67.5%) des Vorsorgevermögens in Obligationen und Aktien. Mit 52% stellen Staats- und Unternehmensanleihen von Schweizer Schuldnern den grössten Anteil am durchschnittlichen Obligationenportfolio (resp. 19% des Gesamtvermögens) dar. Bei den Obligationen von ausländischen Emittenten zählen insbesondere die USA (Staats- und Unternehmensanleihen) mit einem Anteil von rund 15% des Obligationenportfolios (resp. rund 5% des Gesamtvermögens) zu den grössten Schuldnern. Die fünf Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung in der Schweiz und diejenigen am globalen Aktienmarkt machen per 30.06.2025 zusammen rund einen Viertel des durchschnittlichen Aktiendepots von Schweizer Vorsorgeeinrichtungen aus. Die proportionale Übergewichtung des Schweizer Marktes wird als «Home Bias» bezeichnet. Sie hat auch eine Übergewichtung einzelner Unternehmen und damit ein gewisses Konzentrationsrisiko zur Folge. Per 30.06.2025 machen die fünf grössten Schweizer Aktien, darunter Nestlé, Roche und Novartis, durchschnittlich rund 15.5% des Aktienportfolios von Schweizer Pensionskassen resp. rund 4.8% des Gesamtvermögens aus. Im Vergleich dazu war der Anteil der fünf grössten Konzerne der USA schätzungsweise 3.3% des durchschnittlichen Gesamtvermögens. Noch ausgeprägter als bei den Aktien ist der Home Bias bei den Schweizer Immobilien (rund 22% vs. 3% Immobilien Ausland des Gesamtvermögens). Dazu gehören allerdings nicht nur Wohn‑, sondern auch Geschäftsliegenschaften, deren Wertentwicklung teilweise unterschiedlichen Einflussfaktoren unterliegt. Im Anlageprozess sollten auch Konzentrationsrisiken systematisch analysiert und diskutiert werden (vgl. Kapitel 8).
Entwicklung Deckungsgrad seit Jahresbeginn 2025
Der durchschnittliche technische Deckungsgrad der untersuchten Vorsorgeeinrichtungen reduzierte sich im Jahr 2022 im historischen Vergleich stark. Seit dem Jahr 2023 war allerdings eine Erholung zu beobachten. Per Ende 2024 lag der durchschnittliche technische Deckungsgrad bei rund 116.6% (ökonomischer Deckungsgrad: 113.5%). Seit Jahresbeginn 2025 stieg der technische Deckungsgrad der Pensionskassen in der Vergleichsgruppe aufgrund der positiven Anlagerenditen von durchschnittlich +2.70% (YTD per 29.08.2025) weiter an. Per 29.08.2025 liegt der technische Deckungsgrad der untersuchten Vorsorgeeinrichtungen bei 117.7%, der ökonomische Deckungsgrad liegt leicht tiefer bei 114.9% (vgl. Kapitel 9).
Vermögensverwaltungskosten
Die durchschnittlichen Vermögensverwaltungskosten sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken und betragen per 31.12.2024 0.40% (2023: 0.41%). Eine mögliche Begründung, für die im Vergleich zum Vorjahr leicht tieferen Vermögensverwaltungskosten sind Skaleneffekte aufgrund der tendenziell höheren Anlagevermögen, wodurch die angefallenen Kosten in der relativen Betrachtung tiefer ausfallen. Die Kostentransparenzquote blieb auf sehr hohem Niveau. Die dargestellte Kostenstruktur bestätigt und unterstreicht den intensiven Preiswettbewerb in der institutionellen Vermögensverwaltung in der Schweiz (vgl. Kapitel 10).
Umwandlungssätze
Der durchschnittliche Umwandlungssatz der betrachteten Vorsorgeeinrichtungen sank im Jahr 2024 leicht auf 5.24% (2023: 5.26%). Unter Berücksichtigung des Zinsniveaus per Ende 2024 berechnet sich ein ökonomisch neutraler Umwandlungssatz von 3.90%. Somit wird ökonomisch betrachtet für die zukünftigen Renten weiterhin mehr Kapital benötigt, als bei der Pensionierung vorhanden ist (vgl. Kapitel 11).
Weitere Indikatoren
Per Ende 2024 rechnete eine deutliche Mehrheit der Vorsorgeeinrichtungen (rund 74%, 2023: 71%) mit der Generationentafel. Die Analyse der Quote des Vorsorgekapitals der Aktiven zeigt, das sich erstmalig seit 2008 im Vergleichsuniversum keine Vorsorgeeinrichtung mit nur aktiven Versicherten im Bestand befindet (maximale Quote Vorsorgekapital Aktive per 31.12.2024: 99%). Die grössten Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr in der durchschnittlichen Asset Allokation fanden bei den Obligationen FW (-0.7%-Punkte) statt. Im langfristigen Vergleich (seit 2015) zeigt sich, dass durchschnittlich eine Umschichtung von Obligationen zu Immobilien und Alternativen Anlagen stattgefunden hat. Insgesamt hat rund eine von vier Vorsorgeeinrichtungen (24.6%) per Ende 2024 mindestens eine der Kategorienlimiten gemäss BVV 2 überschritten. Eine Überschreitung der BVV-2-Limite ist erlaubt, muss aber im Jahresbericht schlüssig dargelegt werden (vgl. Kapitel 12).